Kirchenpatrone im Pfarrverband

Heilige in unserer Zeit

Heilige haben es schwer in unserer Zeit. Wozu sollen sie gut sein - oder gar als "Helfer" angerufen werden? Ist es nicht allenfalls Gott, der hilft - und das auch nicht immer, zumindest nicht immer ersichtlich.

In einer Zeit, die hierarchisch strukturiert war und keine Demokratie kannte, gab es eine klare gesellschaftliche Struktur, angefangen bei Papst und Kaiser über die Könige, Fürsten und den Mittelstand bis hinunter zum einfachen Mann, zur einfachen Frau. Diese Struktur, diese 'Standesordnung', wies jedem seinen Platz und Rang zu, den er in der Gesellschaft hatte und jedem einfachen Menschen war klar, wie weit weg "die da oben" waren.

So war es ganz selbstverständlich, dass man nicht einfach mit ihnen reden konnte, wenn man etwas vorzubringen hatte. Man brauchte einen Vermittler, der die richtigen Kontakte in die entsprechende 'Schicht' hatte und für einen in der geeigneten Form sprechen konnte. Wir kennen das heute noch bei manchen Gerichten, bei denen man einen Rechtsanwalt braucht, der für einen spricht.

Für die Menschen jener Zeit war es völlig selbstverständlich, dass man mit dem gewaltigen, großen Gott nicht einfach persönlich sprechen konnte, man brauchte einen 'Fürsprecher', 'der nah genug dran war'. Das waren die Heiligen, Menschen, von denen die Kirche sagt, dass sie ein heiliges Leben geführt haben und nun bei Gott sind. An diese konnte man sich wenden in seinen irdischen Nöten.

Deutlich wird diese Vermittlerrolle der Heiligen auf den vielen Stifterbildern und Gedenktafeln: Der Heilige, meist der Namenspatron, steht hinter dem Stifter, er legt die Hand auf ihn, er tritt für ihn ein.

Ein Beispiel aus dem Kreuzgang des Freisinger Doms: Der heilige Andreas (links, mit dem Andreaskreuz) stellt der Muttergottes den Domherrn Mair vor. (zum Vergrößern auf das Bild klicken) >>>

  

Heute, im Zeitalter des Individuums, der Menschen mit ausgeprägtem Ich-Bewusstsein, ist es ganz selbstverständlich, dass jeder einzelne mit Gott sprechen kann, dass er ihn 'Abba', das heißt 'Pappa', nennen kann. Da sehen viele keinen rechten Bedarf mehr für einen Vermittler, für einen Heiligen, der bei Gott für uns eintritt.

Was von den Heiligen bleibt und uns helfen kann, ist ihr Beispiel eines heiligen Lebens, eines Lebens, das - manchmal etwas extrem - vorführt, worum es den Christen geht und wie sie handeln sollen.

Unsere Kirchenpatrone

Katholische Kirchen sind meist einem bestimmten Heiligen geweiht, so auch unsere Kirchen im Pfarrverband:

St. Korbinian, der Pfarrverbandspatron,

St. Georg, Patron der Stadtpfarrkirche Freising,

St. Jakob, Patron der Jakobskirche in Vötting,

St. Ulrich, Patron der Kirchen in Pulling und in Hohenbachern.

Sie erinnern uns mit ihren Symbolen an bestimmte Schwerpunkte im christlichen Leben. Das Pfarrverbandsgebet nimmt darauf Bezug.

Pfarrverbandsgebet

Herr, segne unsere Arbeit für Dein Reich.

Die Muschel des heiligen Jakobus erinnere uns immer daran,
dass wir zu diesem Reich unterwegs sind.

Der Bischofsstab des heiligen Ulrich sei uns Zeichen,
dass ein guter Führer auf diesem Weg helfen kann,
wenn du ihm beistehst.

Die Lanze, mit der Sankt Georg den Drachen tötete,
lasse uns nicht vergessen, dass auf diesem Weg auch Gefahren lauern,
denen wir kraftvoll begegnen müssen.

Das Kreuz, das Korbinian, unser erster Bischof, in Freising aufgerichtet hat,
gehe uns auf unserem Weg voran, als Zeichen, dass Christus uns begleitet.

Amen


Katholischer Pfarrverband St. Korbinian in Freising; Ed: HCB; zuletzt aktualisiert am 25.07.2016

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